Familie · Kinder · Reisen

Interrail mit Kindern, geht das?

Interrail als Jugendlicher, das kennt jeder. Europa bereisen mit dem Zug. Was für ein Abenteuer.
Die Idee
Die Idee, Europa mit den Kindern zu erkunden, hatte ich schon länger. Europa hat so viel spannendes zu bieten. Die Orte, über die sie in der Schule lernen, live sehen… Verknüpfungen herstellen zu Sehenswürdigkeiten. Erleben, wie vielfältig und bunt Europa sein kann.
Lange Autostrecken mit den Kindern find ich ehrlich gesagt, mühsam. Ausserdem traute ich mir so eine Reise alleine mit dem Auto nicht zu und mein Mann konnte in diesen Schulferien leider keinen Urlaub nehmen.
Interrailpass
Interrail bietet verschiedene Pässe an. Es braucht etwas Geduld, sich einen Überblick zu verschaffen. Das Beste gleich zu Beginn: 2 Kinder unter 12 Jahren reisen kostenlos, in Begleitung eines Erwachsenen (versteht sich ja von selber). Kinder unter 4 Jahren benötigen gar keinen Interrailpass. Nun stellte sich die Frage, welcher Pass ist der richtige für uns.
Ich hab euch die verschiedenen Pässe aufgelistet:
Global Pass – beinhaltet 30 europäische Länder. Kosten variieren ja nach Anzahl Reisetagen, die man wählt. Von 5 Reisetagen bis 1 Monat.
One Country Pass -beinhaltet nur ein Land, den gibt’s ab 3 Reisetagen.
Wir haben uns für den Global Pass entschieden, 10 Reisetage innerhalb eines Monats. Die Kinder hatten 14 Tage Schulferien, ein paar Tage ohne Reisen macht die Sache entspannter.
Routenplanung
Normalerweise entsteht eine Interrailroute spontan…man fährt da hin, wo man grade Lust hat, bleibt so lange wie man möchte. Da klappt als Jugendlicher bestimmt super… wenn man nur ein Bett braucht, muss man auch nichts vorausbuchen.
Das funktioniert aber natürlich mit Kindern eher schwierig. Ausserdem konnte ich meine Schwester dazu überreden mit ihrer Familie auch mitzukommen. Wir waren also eine Gruppe von 2 Mamis mit 8 Kindern, da muss schon ein wenig voraus geplant und organisiert werden.
Zusammen mit den grossen Kiddys haben wir diverse Routen ausgetüftelt…das ist eigentlich die grösste Herausforderung an der ganzen Reise, find ich. Was möchte man sehen? Welche Strecken sind auch für die Kleinen angenehm zu fahren? Wie kommt man mit den verfügbaren Tagen hin…damit man am Ende wieder zu Hause landet?
10 Reisende, zehn verschiedene Ideen und Wünsche.
Schlussendlich hatten wir 3 Routen zum abstimmen. Eine Nordroute, die Loch Ness Route und die Mittelroute. Entschieden haben wir uns für diese, unsere Route:
Basel-Zürich-Wien-Prag-Berlin-Hamburg-Amsterdam-Brügge (diese beiden Städte mussten wir dann spontan, auf Grund eines Bahnausfalls streichen und sind stattdessen nach Edinburg)-London-Salisbury-Paris-Basel.
Gepäck und Unterkünfte
Um das Budget zu schonen haben wir mehrheitlich in Hostels und Jugendherbergen übernachtet. Mit Kinder empfiehlt es sich, wie gesagt, diese im Voraus zu buchen, dann fällt das lästige Übernachtungsplatz suchen schon mal weg, und es bleibt mehr Zeit, die Städte zu erkunden.
Sehr gute Erfahrungen haben wir überall in den Meininger Hotels gemacht. Die gibt es in vielen Städten und man kann grössere Familienzimmer buchen.
Bei Interesse, kann ich euch gerne die Adressen unserer jeweiligen Unterkunft geben. Meldet euch gerne.
Als Gepäck, haben wir uns für Trekking Rucksäcke entschieden. Richtiges Backpacker Feeling halt… es hat sich aber rausgestellt, dass Rollkoffer genau so gut funktioniert hätten. Jedes Kind hatte einen eigenen Rucksack, die Kleinen einen 30Liter, die Grossen jeweils 40Liter. Das hat prima geklappt, alles hatte Platz und sie waren nicht zu schwer. Die Kleider hatten wir zu Päckchen ( Hose, Shirt und Pulli) grollt und mit einem Gummiband fixiert. So war der Rucksack innen gut organisiert. Das restliche Gepäck , wie Unterwäsche, Socken, Toilettenartikel haben wir in Tiefkühlbeutel sortiert. Das erspart viel Chaos.
Reise
Die erste lange Strecke von Zürich nach Wien sind wir mit dem Nachtzug gefahren. Einmal und nie wieder…die Kinder fanden es super, ich habe kein Auge zugetan. Es war eng, laut und ziemlich ruckelig. Ein Glück hatten wie nur einen Nachtzug geplant.
Die restlichen Reisestrecken waren super, die Züge alle sehr angenehm. Während der Fahrtzeit haben die Kinder immer ein Reisetagebuch gebastelt, in das sie Fotos und Postkarten eingeklebt haben. Die Grösseren haben auch noch kurze Reiseberichte geschrieben. Die Fotos haben wir im Zug mit dem Polaroid Zip Fotodrucker ausgedruckt. So war die Fahrt immer sehr kurzweilig, und sie haben eine schöne Erinnerung.
Wir haben versucht in allen Städten die bekanntesten Sehenswürdigkeiten zu besuchen, aber auch genügend Pausen und Zeit für die typischen leckeren, kulinarischen Spezialitäten einzuplanen. Ein Wienerschnitzel oder die Hamburger Fischbrötchen, durften auf keinen Fall fehlen.
Schloss Schönbrunn, der Eifelturm, Stonehenge, die Berliner Mauer…und noch vieles, vieles mehr.
Die Reise war unglaublich spannend, wir haben so viel gesehen, neues entdeckt…aber auch Schwierigkeiten gemeistert. Wir haben gelernt, das so eine Abenteuerreise nur klappen kann, wenn jeder mithilft und mitdenkt.
Wunderschönes gab es zu sehen, Ungewöhnliches, aber auch herausforderndes und Armut.
Jeder Zeit würden wir so eine Interrailreise wieder machen. Meine Kinder behaupten, es sei ihre schönste Reise gewesen. Interrail mit Kindern? Ja, auf jeden Fall! Ein unvergessliches Abenteuer.

Ein Kommentar zu „Interrail mit Kindern, geht das?

  1. Hallo, per Zufall bin ich auf deinen Blog gestossen. Ich bin auf der Suche nach Interrailreisen. Könntest du mir bitte die Adressen eurer Hotels mailen? Herzlichen Dank bereits im Voraus?

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s